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Im Gespräch

 

Warum malst du?

Diese Frage stellte auch Prof. Jo Bukowski bei einer Weiterbildung 2015 und sie brachte meine Arbeitsweise noch einmal in eine andere - konkretere - Richtung. Blieben bis dahin meine Gedanken, Gefühle, Themen etc. oft durch die ungegenständliche Herangehensweise im Verborgenen, so begegnet dem Betrachter nun eine deutlichere Aussage...welche aber trotzdem Raum für die eigene Interpretation läßt.

Malen bedeutet für mich Sichtbarmachung - für mich selbst und für den Betrachter.

 

Kannst du von der Kunst leben?

Ich lebe nicht immer von der Kunst – aber für die Kunst. Ich möchte ein Zitat von Loriot abwandeln: Ein Leben ohne Malerei ist möglich, aber sinnlos.

 

Was geht in dir vor, wenn du vor einer weißen Leinwand stehst? …und wie fängst du ein Bild an?

Die weiße Leinwand bereitet mir keine Angst, sondern ist eher ein Stück Freiheit. Sie bietet so viele Optionen und immer wieder die Möglichkeit das „perfekte“ Bild zu erschaffen – ein Ziel, was dann doch unerreicht bleibt.

Der Beginn ist unterschiedlich. Wichtig ist mir nur, dass ich nicht das fertige Bild im Kopf habe, sondern die Emotion…und diese nicht im Kopf, sondern im Bauch bzw. in mir…und die gilt es dann zu treffen und zu transportieren.

Die unterste Schicht ist die emotionalste. Die Wahl von Farbgebung, Gestus, Bildformat, Material etc. erfolgt intuitiv. Meist herrscht ein totals Chaos, aus dem sich Schicht für Schicht das Thema herausschält und oft die ein oder andere Wendung parat hält.

 

Woher kommen die Ideen für ein Bild?

Diese Frage wird oft gestellt und ich kann sie nur bedingt nachvollziehen, da das Malen für mich immer die Übersetzung der Gedanken, Emotionen etc. in Farben und Formen ist.

 

Wie sieht ein Arbeitstag aus?

Das kommt darauf an, ob er im Büro oder im Atelier stattfindet. Büro bedeutet: Homepage aktualisieren, Rechnungen schreiben, Buchführung etc.

Im Atelier: es muss eine passende Atmosphäre vorhanden sein, das bedeutet, dass es relativ aufgeräumt ist und es keine Ablenkung durch Musik oder andere Sinneseindrücke gibt. Dann gilt es das Thema - die Fragestellung - zu verinnerlichen und dann beginnt der Arbeitsablauf wie oben beschrieben.

Die Arbeitsdauer ist abhängig vom kreativen "flow". Wichtig sind malerische Unterbrechungen, in denen ich das Bild betrachte und prüfe, ob das was ich in das Bild hinein legen möchte auch auf der Leinwand reflektiert wird, ohne in die Illustration zu gehen.

 

Wie wichtig sind entsprechende Materialien?

Im Laufe der Jahre habe ich zu „meinen“ Materialien gefunden – bestimmte Firmen, Farben, Leinwände – welche je nach Einsatz auch unterschiedlich ausfallen.

Für manche Bilder baue ich – mit Hilfe meines Mannes – die Keilrahmen selbst, ansonsten lasse ich sie lieber bauen oder kaufe sie „von der Stange“, da mir die Zeit für diese handwerklichen Tätigkeiten zu schade ist.

Bei den Acrylfarben greife ich i.d.R. schon vermehrt nach denen die hochpreisiger liegen, vor allem wenn es sich um die letzten Schichten handelt. Diese enthalten einfach mehr Pigmente und weniger Füllstoffe, was der Leuchtkraft zu Gute kommt.

 

Wie findet man zu einem eigenen Malstil?

Ich kann nicht mit Bestimmtheit sagen, ob ich „meinen“ Malstil gefunden habe. Seit ca. 13 Jahren bin ich auf einer intensiven Suche und stelle fest, dass sich gewisse Anteile stets in modifizierter Form wiederholen und sich somit entwickeln.

Es ist das Gefühl in mir, dass es so viel zu entdecken gibt – so viele Inspirationen darauf warten in Bilder übersetzt zu werden, dass ein Leben eigentlich  gar nicht reicht um all dies zu verwirklichen.

Ich finde es wichtig neugierig zu bleiben – Entdeckungen zu machen – in den Austausch zu gehen und auch erfolgreiche Wege zu verlassen, um nicht in die Gleichförmigkeit zu geraten.